Riccardo Fraccaro BLOG

Hochgeschwindigkeitszuglinie am Brenner: die technische Universität Mailand (Politecnico di Milano) zerstört die Nutzen-Kosten-Analyse zum BBT

Fraccaro su studio Politecnico#ichbineinsüdtiroler (traduzione in lingua tedesca del post per i cittadini del Südtirol) 

Die Hochgeschwindigkeitslinie am Brenner ist die größte Baustelle Europas. Man ist dabei, den längsten Tunnel der Welt zu schaffen (insgesamt beträgt die Länge 64 km, wenn man den Umfahrungstunnel bei Innsbruck dazurechnet) und die Kosten betragen 63 Milliarden Euro. Der Umwelt wird dabei ein riesiger Schaden zugefügt, ohne dass die Bürger dabei irgendeinen Nutzen davontragen. Südtirol wird sich durch den BBT grundlegend verändern und zum Durchzugsland von einem Warenverkehrstunnel werden, der noch dazu wenig genutzt wird. Unsere Ressourcen werden dadurch ausgebeutet. Dies zeigt die “Unabhängige Einschätzung der offiziellen Nutzen-Kosten-Analyse des neuen BBT”, welche von der Traspol Abteilung (Laboratorio di Politica dei Trasporti – Research Center on Trasport Policy) des Politecnico in Mailand durchgeführt wurde.

Die Studie wurde von mir in Auftrag gegeben und hebt hervor, dass die Daten, die für die Nutzen-Kosten-Analyse des BBT aus den Jahren 2003 und 2007 herangezogen wurden, veraltet sind. Diese Daten gehen nämlich von einer übertriebenen zukünftigen Auslastung der Brennerlinie aus. Die Transportfähigkeit der derzeitigen Zuglinie wird hingegen unterschätzt. Außerdem zeigt die Studie die Fehler in Bezug auf die Vollständigkeit, Qualität und Klarheit der beiden NKAs, die von der Beratungsfirma Ernst&Young durchgeführt wurden, auf. Es hat sich herausgestellt, dass die vermeintlich positive Nutzen-Kosten-Analyse nur ein Bluff war. Regierung sowie BBT SE haben dies mehr als zehn Jahre lang verschwiegen. Nur dank der 5Sternebewegung wurde endlich Klarheit geschaffen.

Nutzen-Kosten-Analysen dahingehend zu verfälschen, dass der Nutzen überbewertet wird, während die Kosten absichtlich gering gehalten werden, ist für die Befürworter der Hochgeschwindigkeitszüge nichts Neues. Man denke beispielsweise an die Nutzen-Kosten-Analyse der geplanten Hochgeschwindigkeitslinie Turin-Lyon, die ebenfalls von der Bewertung der Professoren Ponti und Maffi entlarvt wurde. Die unabhängige Studie der Professoren Grimaldi und Beria untermauert die Meinung jener die glauben, dass der BBT ein unnützes und schändliches Bauvorhaben ist, das nur den Interessen der Lobbys dient. Sie bekräftigt des weiteren auch, was bereits die Public Health Studie hervorgehoben hatte. Auch diese Studie wurde nur dank der 5SB veröffentlicht, nachdem sie die Regierung und die BBT SE acht Jahre lang geheim gehalten hatten. Beide wissenschaftliche Studien verdeutlichen, dass das BBT-Projekt keinen Nutzen bringt, da es weder dazu beiträgt, den Verkehr sowie die sich daraus ergebende Umweltbelastung einzudämmen, noch die öffentliche Gesundheit zu verbessern.

In Italien sind bei öffentlichen Vergaben immer Bestechungsgelder mit im Spiel und wir haben die höchste Korruptionsrate der westlichen Welt. Diese Tatsache lässt viel Raum für Spekulationen offen. Die Voraussetzungen sind bereits gegeben:

Ausgehend von der peer review der Nutzen-Kosten-Analyse, die von einer unabhängigen Institution ausgearbeitet und von einer internationalen Universität wie der technischen Uni Mailand (Politecnico) anerkannt wurde, haben wir von der 5SB am 7. November eine Resolution in der Kommission für Transportwesen in der Kammer eingereicht. Damit wollen wir die Regierung beauftragen,

1) eine neue Nutzen-Kosten-Analyse zu erstellen, die sich auf aktuelle Verkehrsdaten stützt und den von der Europäischen Kommission anerkannten Kriterien entspricht. Dabei soll der Brenner als einer von mehreren möglichen Alpenpässen untersucht werden;

2) den Wirtschaftsplan des BBTs nicht länger zu verheimlichen (so langsam kommen Zweifel auf, ob dieser wohl existiert, da wir ihn bereits im Juli angefragt, ihn aber noch immer nicht erhalten haben);

3) uns die Nutzen-Kosten-Analysen und die Wirtschaftspläne der Zulaufstrecke im Süden (Zulaufstrecke 1 “Waidbruck (Nord) – Blumau (Süd)”, 2. funktionelles Baulos  “Umfahrung von Bozen, von Blumau bis Branzoll”, 3. funktionelles Baulos “Umfahrung Trient-Rovereto”), auszuhändigen.
Qui il post sul blog di Grillo #passaparola

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